Erde gut, alles gut? So ungefähr! Wie gut, dass jeder von uns seins dazu geben kann, dass das Leben auf unserem blauen Wunder so lebenswert bleibt, wie es ist. Grund genug, tief in die Erde zu greifen und nicht mehr aus dem Staunen raus zukommen. Staunen darüber, dass diese dolle Kugel unter unseren Füßen einfach da ist. Geschenkt und anvertraut. Dir, mir, uns allen. Nicht vergessen: Es gibt keinen Plan(et) B!
Hallo Erde!
Die Tatsache, dass die ganze Menschheit zahlenmäßig in einer Handvoll Erde Platz hat, lässt mich jedes Mal aufs Neue ehrfürchtig werden und an meinem Zahlenverständnis zweifeln. Du bist noch am Überlegen, wie viele es von uns aktuell gibt? Laut Weltbevölkerungsmesser just in diesem Moment 8.291.604.641. Über den Daumen gepeilt also gut 8 Milliarden Erdlinge. Was für eine unglaubliche Zahl und yeah, du bist einer davon! Gleich noch unglaublicher ist es eben, dass sich mindestens so viele Lebewesen (die zugegebenermaßen auch deutlich kleiner sind) in einer Handvoll Erde tummeln. Ob es da auch manchmal kracht und unfriedlich zugeht? Wenn, dann spürt man davon unglaublich wenig. Schon werde ich gleich noch ein bisschen mehr ehrfürchtig.
Und es geht weiter mit dem Erstaunen. Denn ebenso unglaublich ist es, was aus der Erde werden kann. Ob leckere Tomaten, scharfe Peperoni, wunderschöne Gänseblümchen, saftige Gurken oder vieles mehr. Apropos Gurken: Ob ich dieses Jahr groß in die Gurkenproduktion einsteigen werde, ist noch ungewiss. Noch sind meine Pflänzchen nicht so ganz davon überzeugt, dass 2026 ihr Jahr ist. Gut möglich, dass ich daran schuld bin. „Zuviel gute Erde, zu viele Nährstoffe für den Anfang!“, hat mir ein Profigärtner bescheinigt. Aha, auch in Sachen Anpflanzen kommt es also auf das rechte Maßan. Wie dumm, dass ich meine Gurkensamen in maßlos viel Komposterde versenkt habe. Wieder was gelernt!
Tatsächlich kann man in Sachen Erde gar nicht auslernen. Wie praktisch, dass ich in Wurfweite vom „Tiefsten Loch der Erde“ wohne. Nur für den Fall, dass du kein Oberpfälzer Urgestein bist: Gemeint ist das Geozentrum an der Kontinentalen Tiefbohrung in Windischeschenbach. Vor gut 40 Jahren haben hier einige neugierige und gewiefte Erdlinge fast 10.000 Meter in die Tiefe gebohrt und unglaublich viel über die dolle Kugel unter unseren Füßen herausgefunden. Die Tatsache, dass dieses 10km tiefe Loch gerade mal an der äußeren Erdschicht (=Erdkruste) gekratzt hat, finde ich immer wieder unglaublich.
Warum ich dir von meiner Begeisterung für unsere Erde erzähle? Nun, dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens finde ich das Leben hier mehr als toll. Zweitens finde ich es absolut spitzenmäßig, dass du, ich, wir alle hier leben dürfen. Und drittens finde ich es einfach immer wieder unglaublich, dass wir auf einer Kugel leben (und nicht runterfallen oder wegrollen). Ob uns all das stets bewusst ist, während wir im Alltagsgetriebe unterwegs sind? Wohl nicht immer. Grundgenug, öfter mal dran zu denken, dass es keinen Plan(et) B gibt. Oder wie hat es einmal jemand gesagt: „Rettet die Erde. Sie ist der einzige Planet mit Schokolade.“ Ja, welchen Grund auch immer wir haben, um auf unsere Erde aufzupassen: Es lohnt sich! Und ist unglaublich wichtig.
Sowas von UNGLAUBLICH!
Du bist der Meinung, dass ich das Wort „unglaublich“ dieses Mal inflationär oft verwende? Nun, da bin ich anderer Meinung. Denn wenn etwas unglaublich ist, dann unsere Erde. Und es ist einfach ein unglaubliches Wunder, dass es sie (und somit auch uns) überhaupt gibt. Doch Halt, ich schweife ab. Immerhin waren wir gerade noch bei der Erde, die wir anfassen können. Diesem bröseligen, klebrigen, feuchtem Etwas. Wer weiß, vielleicht hast du dir eine Handvoll Erde schon einmal genauer angeschaut. Denkst du dir auch manchmal, dass wir Menschen mit der Erde ziemlich viel gemeinsam haben? Nun, das fängt schon beim Namen an. „Humus“ heißt lateinisch Erde. Wir Menschen sind (englisch) „humans“ und somit buchstäblich „Erdlinge“. Und als diese wandeln wir seit Menschengedenken über unseren Erdball, kommen ab und an ins Straucheln, stehen wieder auf und wenn nicht, helfen wir einander dabei. Und hey, das ist einfach großartig!
Apropos Erde: In einer Geschichte beschließen Wissenschaftler, von nun an alles selbst erschaffen zu können. Sie meinen, sie hätten das Geheimnis der Schöpfung gelöst und sind sich ihrer Sache so sicher, dass sie zu Gott sagen: „Wir machen das jetzt selbst mit der Schöpfung. Wollen wir doch mal sehen, wer es besser hinbekommt.“ Da legen beide los, Gott und die Wissenschaftler. Doch als die Wissenschaftler nach der Erde greifen wollen, sagt Gott: „Jeder nimmt seine eigene Erde!“

Was ich dir wünsche? Dass du immer wieder spüren darfst, dass da fester, guter Boden unter deinen Füßen ist. Dass du dir erlaubst, immer wieder in Verbindung zu gehen mit unserem blauen Wunder. Ob barfuß, mit geschlossenen Augen, in einem tiefen Atemzug oder mit altbekannten Worten „wie im Himmel, so auf Erden“. Und dass du das Leben um dich herum wahrnimmst und genießt, es bejahst und deines dazu gibt, dass unsere Mutter Erde eine Zukunft hat. Ganz nach dem Motto: „Erde gut, alles gut!“
© Kathrin Karban-Völkl







