Leseecke der Wortmacherei

Texte, Gedanken

Alltagsglück

Manchmal kommt das Glück

auf gelben Sohlen.

Ganz unerwartet ist es da

und wartet auf mich.

 

Noch während ich ihm entgegenlaufe

bestaune ich seine Geduld,

bewundere seine Leichtigkeit

und entdecke ein Lächeln,

das nur mir gilt.

 

Ich lächle zurück,

ohne groß darüber nachzudenken,

erahne einen Hauch Geduld

und eine Prise Leichtigkeit in meinem Sein

und nehme mein Glück in die Hand.

@Kathrin Karban-Völkl

Zwischen den Zeilen

So vieles steht geschrieben

und bedarf keiner Worte mehr.

Doch was steht dazwischen,

zwischen mutigen Buchstaben und glasklaren Satzzeichen,

zwischen schlauen Worten und dicken Gedankenstrichen,

zwischen den Zeilen unseres Lebens?

 

Es sind die Träume,

die noch nicht ausgeträumt sind.

Von einem windschiefen Haus am immerwarmen Meer.

Von Begegnungen ohne Vorbehalte.

Von Nudelsuppe,

die mich mit neuen Worten füttert.

 

Es sind die Wünsche,

die noch wunschvoll sind:

nach Erdbeeren ohne Saisonende,

nach Umarmtwerden ohne Wenn und Aber,

nach einem Gänseblümchen für jeden neuen Alltag.

 

Und es ist die Hoffnung,

jene mutige Schwester,

die zwischen allen Zeilen lebt

und auf Liebe hofft.

Liebe, die jedem gilt.

 

Die Hoffnung,

die Menschen zusammenbringt,

bis sie erkennen:

Du bist Mensch wie ich.

 

DIe Hoffnung,

dass Gott wirklich ist.

Jetzt, im Grashalm zwischen meinen Fingern.

Abends, im Kuschelweich der Bettdecke.

Hier, im Augenblick von dir zu mir.

Und jeden neuen Tag,

zwischen den Zeilen unseres Lebens.

                                                                                              @Kathrin Karban-Völkl

Gänseblümchengedanken

 

Manchmal möchte ich so sein wie du,
liebes Gänseblümchen.

Verletzbar und unerwartet
unter vielen,
nicht im Mittelpunkt.

Leuchtend schön und mächtig klein,
fröhlich trotz Angst vor dem Vergehen,
starksein, einfach so
und nach jedem Umfallen
wieder aufstehen können
eben ein Gänseblümchen sein

aus: Gänseblümchengedanken

Alltagsglück
Die Wortmacherei Kemnath - Reden und Schreiben

Lebensgedanken

 

Mit-Menschen
lassen mich erahnen,
was es heißt,
vertrauen zu dürfen:

im Halten meiner Hand,
im Aushalten meiner Ängste,
im Zusammenhalten meiner Visionen.

Mit-Menschen
lassen mich Ja-Sagen
zu meinen Lebenswegen,
zu meinen Wünschen,
zu mir selbst.

Mit-Menschen
sind mit mir unterwegs
und sagen Ja
zu mir.

 

aus: Lebenpur

Sonntagsgedanken

 

Lieber Sonntag,

immer wieder stehst du in den Schlagzeilen.
Wie du das nur schaffst.
Abschaffen will man dich.
Als ob man dich nicht bräuchte!

Drachensteigen lassen.
Picknick im Grünen.
Lesestunden am Kamin:
Wann, wenn nicht mit dir?

Du bist verletzbar,
das spüre ich immer mehr.
Wird Zeit,
zu dir zu stehen
und dir zu sagen:
Ich brauche dich.

aus: Sonntag – Pause für das Leben

Glücksgefühl

Glücksgefühl, wo bist Du?

 

zwischen dem misslungenem Käsekuchen
und dem ungemähtem Rasen
versteckst du dich ganz gut

Gar nicht leicht,
dich zu finden,
dir auf die Spur zu kommen.

Vielleicht deshalb so schwer,
weil Deine Spur so ganz anders ist,
als erwartet.
Weil ich erst lernen muss,
was Glück für mich ist
und dass ein misslungener Käsekuchen

immer noch ein Kuchen ist.

aus: Leben pur – Ganz alltägliche Gedanken

Glaubensgedanken

 

Bleibe hier bei uns
wenn Dunkelheit uns befällt
wenn der Tod unsere Wege kreuzt
wenn Schatten fallen

Bleibe hier bei uns
sei Du uns nah
sei Du unser Halt
unsere Hoffnung
unser Licht

Geh mit uns,
durch alle Dunkelheit

und leuchte uns

 

aus: Sonntagsgedanken

glauben